Ein Wintertag

Schneeschaufeln kratzen auf Asphalt.
Die Winterluft ist bitterkalt,
der Atem vor dem Mund gefriert.
Ein Spatz den Futterkampf verliert,
gesträubt ist sein Gefieder.

Schneemänner in den Gärten steh´n.
Die Autos sind kaum mehr zu seh´n.
Die große Tanne dort am Haus
sieht heute alt und müde aus,
die Schneelast drückt sie nieder.

Schneehäubchen trägt der Gartenzaun,
die weiße Pracht schön anzuschau´n.
Doch lange dauert es nicht mehr,
dann grünt es wieder um uns her
und duftend blüht der Flieder.

Autorin:
Anita Menger

mit freundlicher Genehmigung von
Frau Anita Menger

aus:
Festtagsgedichte




Meditation des Monats
Göttlicher Glanz in meinem Alltagsgrau

Gott meines Lebens und meiner Zeit,
verheißungsvoll liegt es vor mir, das fast noch neue Jahr.

Aber ganz unberührt ist es nicht mehr.
Vieles ist schon geplant, bestimmt, festgelegt.
Fast ein bisschen zu viel für meinen Geschmack…

Die Seiten meines Kalenders
sind nicht mehr ganz so leer und unbeschrieben,
wie ich mir das vielleicht wünschen würde.

Viele Termine sind schon eingetragen:
Besprechungen, Aufgaben, Verpflichtungen…
Viel zu rasch füllen sich die kleinen Felder meines Kalenders
mit bleistiftgrauen Zeilen.

Gott, Dir sei Dank, dass darin und dazwischen noch Raum ist;
Raum zum Leben…

Öffne meine Augen, Ohren und Sinne, damit ich wahrnehme,
dass Dein göttlicher Pinsel goldenen Glanz in meinen Alltag malen will!

Hilf mir, dass zwischen all dem Alltagsgrau
die Freiräume, Freizeiten, Festzeiten… nicht zu kurz kommen.

Lass durch den Glanz dieser besonderen Zeiten
und Deine Gegenwart in jeder Stunde meines Lebens
auch das Alltagsgrau vergoldet sein.

Amen.

Autor:

Sonja Knapp

mit freundlicher Genehmigung von
Herrn Prof. Dr. Hubertus Brantzen

aus:
Spurensuche